Als sich eine unheilbare Krankheit mit dem Falschen anlegte

Gastbeitrag von Andreas Domme, ursprünglich veröffentlicht in englischer Sprache auf Substack: https://andreasdomme.substack.com/ . Ein Interview dazu mit Andreas findet ihr (ebenfalls auf Englisch) hier How I Overcame Two Supposedly Incurable Diseases
Zusammenfassung (TL:DR)
Vor 10 Jahren wurde Andreas nach langen Krankheitsepisoden und allgemein schlechtem Gesundheitszustand mit der als unheilbar klassifizierte Nierenerkrankung IgA-Nophropathie diagnostiziert. Durch eine Kombination aus mentalem Training durch Meditationseinheiten, moderaten Sporteinheiten sowie einer bewussten Ernährung u.a. mit viel Gemüse und Ballaststoffen hat Andreas es geschafft, seine Symptome zu beseitigen und seine Nierenwerte in den idealen Bereich zu bekommen. Er beschreibt seinen Weg dorthin und gibt Einblick in seinen Mentalzustand währenddessen.
Als sich eine unheilbare Krankheit mit dem Falschen anlegte
Der Kampf gegen die inneren Dämonen
Habt ihr jemals von IgA-Nephropathie gehört? Ich hoffe nicht – erst recht nicht aus dem Mund eures Arztes.
Ich werde euch nicht mit medizinischem Fachchinesisch langweilen. Nur so viel: Diese unheilbare Nierenkrankheit hat eine 20-jährige Überlebensrate von 60%. Das heißt, 40% sterben innerhalb von 20 Jahren nach Erhalt der Diagnose.
Ich wurde vor 10 Jahren diagnostiziert, mit 25 Jahren. Damals ging ich wegen Fieber und Blut im Urin zum Arzt. Hier wurde herausgefunden, dass ich unter IgA-Nephropathie litt und diese Fieberepisoden auf eine fortschreitende Niereninsuffizienz hinwiesen.
In diesem Alter befinden sich die meisten noch in ihrer Unsterblichkeitsphase. Es scheint, als könne uns nichts etwas anhaben. Infekte schütteln wir ab wie lästige Brotkrümel von unserem T-Shirt. Aber dieses Miststück von einer Krankheit traf mich unvorbereitet.
Kommt dir diese Geschichte vertraut vor? Falls auch du von einer Krankheit heimgesucht wirst, dann mach dich mit mir bereit für den Kampf.
Ich zeige dir, wie du dich systematisch von diesem Tiefschlag erholen wirst.
Diese Krankheit hat sich den Falschen ausgesucht!
Luft holen und Selbstvertrauen aufbauen
Die Diagnose mit einer unheilbaren Krankheit fühlt sich an wie ein mentaler Leberhaken. Sie raubt dir die Luft und bricht dein Selbstvertrauen. Alles um dich herum verschwimmt.
In dem Moment, in dem dein Arzt dich zum Tode verurteilt, scheint es, als würdest dich geistig nie wieder erholen. Aber das wirst du! Jeder Mensch reagiert anders auf solche Nachrichten. Aber was die meisten von uns vereint: Wir Menschen sind erstaunlich zähe Kreaturen, die so viel mehr aushalten als wir denken.
Ja - Die Krankheit hat dich niedergestreckt. Ja – du fühlst dich furchtbar machtlos; wie ein benommener Boxer, der auf der Matte liegt.
Zwing dich nicht, gleich wieder aufzustehen, als sei nichts passiert. Du kannst es zwar für einen Moment erzwingen, aber dein benommener Kopf wird dich bald wieder an die Schwerkraft erinnern.
Bleibe für ein paar Sekunden liegen. Nimm dir die Zeit, um zu verstehen, was gerade passiert ist. Es ist in Ordnung, Angst zu haben; die haben die meisten von uns in solchen Situationen. Ich hatte Todesangst – kein Grund, sich zu schämen. Fühle, was immer du fühlen musst: Trauer, Wut, Verzweiflung.
Niemand kann dir den besten Zeitpunkt nennen, wieder aufzustehen. Das Wichtigste ist aber, dass du wieder aufstehst. Du wirst den richtigen Zeitpunkt selbst erkennen.
Du wirst es zurück in deine Ringecke schaffen, in der deine Coaches, d. h. deine Familie und Freunde, dir helfen werden. Verschließe dich nicht vor ihnen, höre zu. Ihre Liebe und Unterstützung werden deine Beine stärken und deinen Geist schärfen.
Ja, die Krankheit hat uns für ein paar Sekunden niedergestreckt, aber wir haben uns aufgerafft. Wir stehen.
Die Ringglocke fordert uns zur nächsten Runde auf.
Definiere deine Strategie
Ich hatte dein Coaching-Team bereits erwähnt. Deine Familie und Freunde warten in deiner Ecke und unterstützen dich in deinem Kampf. Aber du brauchst noch eine weitere Person in deinem Team.
Auf der Suche nach dem Chef-Coach
Um eine Strategie zu erarbeiten, brauchst du einen Partner. Jemanden, der den Gegner kennt und weiß, wie man ihn bekämpft: Du brauchst einen kompetenten Arzt.
Für mich braucht ein Arzt diese zwei Eigenschaften:
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Expertise
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Empathie
Ich hatte das Glück, einen großartigen Arzt gefunden zu haben. Daran, wie er mit mir sprach, erkannte ich sofort, dass er über beides verfügte. Er nahm sich immer viel Zeit, um all meine Fragen geduldig und gründlich zu beantworten. Er erklärte mir, diese Krankheit sei unheilbar und es gäbe keine Medikamente zur direkten Behandlung. Der Behandlungsplan ziele lediglich darauf ab, den Krankheitsfortschritt so lange wie möglich hinauszuzögern.
Die Strategie
Meine einzige Option bestand darin, das terminale Nierenversagen bis ins möglichst hohe Alter hinauszuzögern und möglichst lange auf Dialyse oder Nierentransplantation verzichten zu können. Nicht die beste Prognose, aber ein Anfang.
Er empfahl, die IgA-Nephropathie folgendermaßen unter Kontrolle zu halten:
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Da ein hoher Blutdruck die Nieren stärker beansprucht, verschrieb er mir Blutdrucksenker.
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Extreme körperliche Belastungen waren von nun an verboten. Einen Marathon zu laufen, strich ich von meiner Bucket-Liste.
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Die Nierenfunktion wird über den Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin gemessen. Um sicherzustellen, dass die Nierenfunktion nicht zu schnell abnimmt, muss ich regelmäßig eine Urin- und Blutprobe abgeben.
Meine erste Probe hatte einen Quotienten von über 1,00 mg Protein/mg Kreatinin. Gesunde Nieren haben einen Wert von unter 0,15. Mein Wert wies auf voranschreitendes Nierenversagen hin.
Unter dem Strich bestand meine Strategie zur Bezwingung eines unschlagbaren Gegners darin, mich vollkommen auf die Defensive zu konzentrieren. Bleib in Bewegung, halte Abstand und vermeide jede Konfrontation.
Stelle sicher, dass du so lange wie möglich kämpfen kannst. Du kämpfst nicht auf KO, sondern gehst auf die volle Distanz.
Die Suche nach Schwachstellen
Die Perspektive, die Krankheit möglicherweise zu überleben, ist besser als nichts, aber auch anstrengend. Mit der ständigen Angst um die Niederlage im Nacken ist es schwer, sein Leben zu leben.
Bezwinge die Angst
Der Kampf gegen eine unheilbare Krankheit ist furchteinflößend. Sie zehrt von deiner Unsicherheit und deinen Zweifeln. Ich musste aufhören, die Krankheit als unantastbaren Feind zu sehen. Ich wusste zwar nicht, wie ich sie schlagen konnte, aber ich musste mich davon überzeugen, es dennoch tun zu können.
Ich aktualisierte mein Visionboard mit einem gefakten Befund zu meiner Nierenfunktion. Meine Frau änderte den Protein-Kreatinin-Quotienten zu 0,10 - dem Wert perfekt funktionierender Nieren.

Jeden Tag sah ich mir den Befund an und stellte mir vor, wie ich mich fühlen würde, wenn ich ihn erhalte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Mein Peiniger wirkte durch die Brille der Hoffnung längst nicht mehr so angsteinflößend.
Wir haben uns schon zu lange nur auf die Defensive konzentriert. Es ist an der Zeit, selbst Schläge zu setzen.
Konterangriffe
Ich konnte nicht länger akzeptieren, dass die Krankheit mich unbehelligt mit Schlägen bombardierte. Also recherchierte ich und fand neue Strategien, meinen Gegner zu bekämpfen:
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Eine Studie belegte, dass Fischöl den Verlust der Nierenfuktion verlangsamen kann. Also fing ich an Fischölkapseln zu schlucken.
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Manche Studien deuten darauf hin, dass Sojaprotein einen positiven Effekt auf die Nierenfunktion hat. Sojadrinks ersetzten also das kuhbasierte Getränk.
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IgA-Nephropathie verringert die Nierenfunktion in Episoden. Eine Episode kann durch eine Infektion ausgelöst werden – und davon hatte ich eine Menge. Ich ging zum Arzt und ließ meine Mandeln untersuchen. Er umschrieb sie als Spiegelbild der Mondoberfläche und vermutete sie als Quelle für meine häufigen Infekte. Wenige Wochen später, ließ ich sie entfernen. Zur Belohnung wurde ich seltener krank.
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Zigaretten und Alkohol sind schlecht für dich. Schon gewusst? Dies gilt auch für die Nierengesundheit. Glücklicherweise musste ich hier nichts anpassen.
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Die Abnahme der Nierenfunktion schwächt die Muskeln und Knochen, weshalb ich mit regelmäßigem Sport begann, ohne es zu übertreiben.
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Wie erwähnt, belastet hoher Blutdruck die Nieren. Um meinen Blutdruck auf natürliche Weise zu senken, meditierte ich regelmäßig. Die Meditation wirkte so gut, dass ich aufhören musste, meine Blutdrucksenker zu nehmen. Welch ein Gewinn!
Bevor ich die oben beschriebenen Maßnahmen ergriff, besprach ich sie natürlich mit meinem Nephrologen. Er stimmte ihnen zu.
Ärzte wissen zwar viel, aber nicht alles. Deshalb solltest du dich nicht ausschließlich auf deinen Arzt verlassen. Betreibe eigene Recherchen. Sobald du etwas Interessantes findest, besprich deine Ideen aber mit deinem Arzt.
Kämpfe, bis du die Lücke findest
Es ist ein sehr langer Kampf. Ich hatte gute und schlechte Zeiten, aber mein Wille treibt mich voran.
Ein Jahr nachdem ich mit der Behandlung begonnen hatte, stabilisierte sich mein Quotient zwischen 0,48 und 0,20. Laut meinem Arzt ist das ein Wert, mit dem man ein ziemlich langes Leben genießen kann.
Endlich gute Nachrichten!
Mittlerweile sehe ich zwei mögliche Szenarien in diesem Kampf:
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Jemand findet ein Heilmittel.
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Ich schicke die Krankheit entgegen der Wahrscheinlichkeit auf die Bretter.
Es gibt kein drittes Szenario.
Heilung
Die Krankheit ist unheilbar.
Ja, das stimmt heute. Aber Unheilbarkeit ist ein temporäres Konzept. Während du das liest, arbeiten Hunderte und Tausende von Leuten, die schlauer sind als ich, an einer Lösung.
Sie forschen an Heilmitteln für IgA-Nephropathie und mit Sicherheit auch für deine Krankheit.
Deine Aufgabe ist es, Ihnen Zeit zu verschaffen. Kämpfe deinen Kampf und gib dein Bestes, dem Feind Paroli zu bieten. In meinem Fall fand ich vielversprechende Studien zur Behandlung von IgA-Nephropathie.
Gib nur die Hoffnung nicht auf!
Der unwahrscheinliche Knockout
Hast du je vom Bannister-Effekt gehört? Er wurde nach Roger Bannister benannt, einem Läufer, der kurzerhand umdefinierte, was möglich ist.
Bis 1953 waren Wissenschaftler überzeugt, dass ein Mensch eine Meile in unter vier Minuten rennen kann. Und dann kam Roger und rannte die Meile, in all seiner Ignoranz, in 3:59,4 Minuten. Eine absolut unglaubliche Leistung. Aber war es ein Ausreißer? Mitnichten!
Nur einen Monat später rannte John Landy die Meile in 3:57,9 Minuten. Im selben Jahr rannten noch weitere Läufer die Meile in unter vier Minuten.
Roger brach an jenem Tag nicht nur einfach den Rekord. Er bezwang den Mythos der Unmöglichkeit und befreite die anderen Läufer von deren Zweifeln.
Warum also sollte dies bei Krankheiten anders sein? Selbst die tödlichsten Krankheiten, wie Krebs, wurden bereits auf wundersame Weise geheilt.
Dasselbe kann auch dir passieren.
Mit der richtigen Einstellung können wir so viel mehr erreichen, als das, was heute als möglich angesehen wird.
Wie bereits geschrieben, wurde meine IgA-Nephropathie vor sieben Jahren diagnostiziert. Erinnerst du dich noch, was auf meinem bearbeiteten Befund auf dem Vision Board stand?
Es stand ein Protein-Kreatinin-Quotient von 0,10 darauf. Alles unter 0,15 gilt als gesund.

Mein erster Befund mit perfektem Wert. Bild vom Autor.
0,07! Der Wert war sogar noch niedriger als in meiner Vision!
Mein Wert ist bereits seit 2018 unter 0,15. Und zwar ganz ohne Medikamente.
Mein Gegner hängt in den Seilen.
IgA-Nephropathie hat sich den falschen Gegner ausgesucht. Sein Knockout steht kurz bevor.
Merk dir meine Worte.

