Restaurantbesuche mit kulinarischen Einschränkungen

Wie geht man im Alltag damit um, wenn man aufgrund unterschiedlichster Gründe mit kulinarischen Einschränkungen zu kämpfen hat? Der erste Gedanke ist, nun alles selber machen zu müssen: Einkaufen, Kochen, Planen, und was sonst noch alles dazu gehört. Und das stimmt auch. Größtenteils. Manchmal ist es aber so, dass man sich mit Freunden treffen, und dabei den Anderen nicht nur beim Essen zusehen möchte. Wie stellt man das an?
Sprecht vorab mit dem Restaurant: Im Zweifelsfall Essen selber mitbringen
Zunächst einmal muss man natürlich die eigene Empfindlichkeit berücksichtigen. Wenn bereits Spuren problematischer Substanzen ausreichen, um bei euch eine Reaktion auszulösen, dann kann es tatsächlich am besten sein, in Restaurants keine dort zubereiteten Speisen zu konsumieren, sondern selber etwas mitzubringen. So blöd es klingt - aber das ist immer noch die bessere Alternative, als unnötige Risiken einzugehen. Und auf diese Weise könnt ihr den sozialen und emotionalen Aspekt des “Ausgehens” in guter Gesellschaft trotzdem genießen. Hier ist allerdings gleichzeitig ratsam, zuvor im Restaurant/Bar/Café bescheid zu geben, damit sich die Servicekräfte dort darauf einstellen können und es nicht zu unangenehmen Situationen kommt. Vieles ist möglich, und die meisten Einrichtungen haben kein Problem damit, wenn man es zuvor kommuniziert. Also scheut euch nicht davor, sondern sprecht eure Probleme am besten direkt an.
Kleine Convenient-Produkte können helfen
Manchmal muss es auch gar nicht das komplette Gericht sein, das ihr selber mitbringt. Manchmal reicht es schon, euch etwas mitzubringen, das eine kritische Zutat ersetzen kann. So zum Beispiel glutenfreie Sojasauce, auch genannt Tamari (wenn ihr Sushi essen gehen möchtet), glutenfreie Burgerbrötchen (so könnt ihr ganz einfach einen glutenfreien Burger zaubern lassen), vielleicht auch das histaminfreie Ketchup für eure Pommes (ja, so etwas gibt es tatsächlich). Schaut mal nach, was ihr an Convenient-Produkten im Hause habt. In jedem Fall solltet ihr aber unbedingt vorab die Speisekarte des entsprechenden Restaurants durchsehen. Hier könnt ihr schon vorher schauen, ob es nicht doch ein Gericht auf der Karte gibt, das ihr vertragen könntet. Oder ihr findet vielleicht etwas, das ihr mit Hilfe von selber mitgebrachten Utensilien so aufwerten könnt, dass es ein vollwertiges Gericht ist (wie zuvor erwähnt kann das ein mitgebrachtes Burgerbrötchen sein, oder bestimmte Saucen, vielleicht auch Salatdressings, etc….). Das solltet ihr erst recht im Vorfeld recherchieren, damit ihr wisst, was ihr selber mitbringen müsst. Mittlerweile hat fast jedes Restaurant eine eigene Website, über die ihre Speisekarte einsehbar ist. Das gilt übrigens auch für die Allergenkarte, die ihr auf jeden Fall ansehen solltet, soweit sie online verfügbar ist, oder eben dann vor Ort.
Mögliche Stolperfallen
Restaurants müssen Allergene ausweisen, und das entweder in der regulären Speisekarte, oder sie müssen eine dedizierte Allergenkarte vorlegen. Darüber hinaus ist es in jedem Fall ratsam, auch vor Ort noch einmal direkt mit den Service-Kräften über eure Unverträglichkeit oder Allergie zu sprechen. Gerade sie müssen bescheid wissen, denn auf diese Weise kann vermieden werden, dass sich “Dekoartikel” in das Essen oder die Getränke mischen, die dort auf keinen Fall sein sollten. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die Scheibe Zitrone im Mineralwasser (Histamin!!!), das Nusstopping auf Salaten (Nüsse und Histamin!!!), Röstzwiebeln über dem Gericht für die Optik und den Crunch beim Essen (Gluten!!!), etc. Ich habe es schon öfters erlebt, dass zur Durchsprache potentiell problematischer Zutaten der Koch sogar persönlich zu mir kam, und wir die Speisen gemeinsam durchgesprochen haben. So haben wir eigentlich immer eine Lösung gefunden.
Es gibt aber tatsächlich mittlerweile sogar Restaurants, die sich auf bestimmte Unverträglichkeiten spezialisiert haben. Hier zum Beispiel das Thema Zöliakie, oder allgemein Glutenunverträglichkeit. Es gibt Cafés und Restaurants, die sich auf die Zubereitung glutenfreier Speisen in der Form spezialisiert haben, dass sie entweder 2 separate Küchen haben, oder prinzipiell keine glutenhaltigen Zutaten im Hause haben, durch die es zu Kontaminationen kommen könnte. Auch, wenn es langsam mehr wird, sind solche Restaurants aber noch recht spärlich gesät. Solltet ihr also nicht den Luxus haben, solche Einrichtungen in eurer Nähe zu finden, könnt ihr euch das Leben mit den zuvor genannten Tricks trotzdem etwas leichter machen.

